Hilfe, beim LST ist mir ein Zweig gebrochen. So habe ich ihn gerettet.
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Dennis -
18. Februar 2026 um 13:06 -
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Warum beim LST Geduld wichtiger ist als Kraft und wie du Brüche von Anfang an vermeidest, habe ich hier im Detail erklärt.
Erst prüfen, ob sich retten lohnt
Der erste Reflex ist oft, sofort zur Schere zu greifen. Das würde ich nur machen, wenn der Zweig komplett ab ist oder die Bruchstelle völlig zerfetzt ist. Solange noch Gewebe verbunden ist, kann die Pflanze das oft wieder schließen. Cannabis bildet an verletzten Stellen Reparaturgewebe. Wenn der Saftfluss nicht vollständig unterbrochen ist, wächst der Trieb häufig weiter.
Ein gutes Zeichen ist, wenn die Spitze nicht direkt komplett schlapp wird. Wenn die Blätter noch Spannung halten und der Trieb nicht innerhalb der ersten Stunden einknickt, lohnt sich der Rettungsversuch fast immer.
Was ich sofort gemacht habe, damit es nicht weiter einreißt
Ich habe den Trieb zuerst vorsichtig in eine Position gebracht, in der die Bruchstelle wieder sauber aufeinanderliegt. Nicht mit Gewalt gerade gezogen, sondern so, dass die Fasern wieder Kontakt haben. Das ist wichtig, weil die Pflanze nur dann sauber zusammenwachsen kann.
Danach kam meine improvisierte, aber funktionierende Lösung. Ich habe Frischhaltefolie um die Bruchstelle gewickelt. Die Folie ist weich, legt sich gut an und schützt das verletzte Gewebe. Dann habe ich Tesa außen herum geklebt, damit die Folie an Ort und Stelle bleibt und der Trieb stabilisiert wird.
Dabei ist die Spannung der entscheidende Punkt. Zu locker bringt nichts. Zu fest ist genauso schlecht, weil du sonst den Saftfluss abklemmen kannst. Es muss stabil sein, aber nicht eingeschnürt.
Danach habe ich komplett aufgehört, an dieser Pflanze weiter zu trainieren. Kein weiteres Ziehen, kein Nachjustieren. Einfach Ruhe.
Warum das bei mir funktioniert hat
Bei mir war der Zweig zwar gebrochen, aber er hing noch an einem Stück Gewebe. Das ist der wichtigste Unterschied. Genau über dieses Stück läuft noch Saft. Ich habe die Stelle nur so stabil gemacht, dass nichts weiter aufreißt. Nach kurzer Zeit war klar, dass die Spitze nicht abstirbt. Keine Welke, keine schlaffen Blätter, kein plötzliches Einbrechen.
Nach ein paar Tagen hat man gesehen, dass die Pflanze an der Stelle arbeitet. Die Bruchstelle wurde dicker. Das ist wie eine natürliche Verstärkung. Und das Ergebnis war für mich eindeutig: Die Pflanze ist weitergewachsen, und der reparierte Zweig ebenfalls.
Wer Supercropping kennt, erkennt das Muster sofort. Die Pflanze reagiert ähnlich, nur dass das hier nicht geplant war. Der Unterschied ist, dass man bei einem Unfallbruch deutlich vorsichtiger mit Belastung sein muss.
Was du in den Tagen danach beachten solltest
Nach dem Fixieren ist das Wichtigste: nicht wieder dran herumziehen. Du kannst den Verband nicht alle zwei Stunden kontrollieren, ohne die Stelle wieder zu bewegen. Das kostet nur Zeit und Nerven.
Achte lieber darauf, dass dein Setup keine Probleme macht. Wenn die Luft steht und die Luftfeuchtigkeit hoch ist, kann eine eingewickelte Stelle schnell zum Risiko werden. Gute Luftbewegung ist hier dein Freund. Nicht weil Cannabis empfindlich wäre, sondern weil du keine feuchte Ecke erzeugen willst, in der sich später etwas festsetzt.
Wann du lieber abschneidest
Es gibt Situationen, da ist Abschneiden die bessere Entscheidung. Wenn der Zweig komplett ab ist, bringt Fixieren nichts. Wenn die Bruchstelle zerfetzt ist, wird es schwer, die Fasern wieder sauber aneinander zu bekommen. Und wenn die Spitze nach ein bis zwei Tagen nur noch hängt und nichts mehr an Spannung zeigt, dann zieht sie nur noch Energie.
Dann lieber sauber schneiden und der Pflanze den Rest lassen.
Fazit
Ein gebrochener Zweig beim LST ist kein Weltuntergang. Wenn noch Gewebe verbunden ist, kannst du ihn oft retten. Bei mir hat Folie plus Fixierung gereicht, damit nichts weiter aufreißt. Danach war Geduld das Entscheidende. Und ja, es hat funktioniert. Der Zweig wächst weiter.